Zitiert: Streiks – oft kaum der (Medien-)Rede wert

Es war der eindringlichste Streik, der an den Unikliniken NRWs je stattgefunden hat: Zwölf Wochen ging dort fast gar nichts mehr, tausende OPs fielen aus, Patienten mussten abgewiesen werden. Doch berichtet wird über Streiks meist nur mäßig – wenn der Kick fehlt, oder die eigene Betroffenheit. …

Das bemerkenswerteste Beispiel dafür, dass Streikende oftmals journalistisch vergessen werden, ist vielleicht ein internationales: Einer der größten Streiks der Menschheitsgeschichte, der 2019 in Indien stattfand. Dort organisierten sich in mehreren Städten insgesamt 200 Millionen Beschäftigte, die ihre Arbeit bei der Post und Bahn, in den Banken und Schulen niederlegten. Dreimal die deutsche Bevölkerung – am Streiken! Doch das interessierte international zu Beginn kaum jemanden. Erst mit Abstand und etwas zäh sickerten Berichte in die mediale Weltöffentlichkeit ein.

Samira El Ouassil, Deutschlandfunk, 20.07.2022 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)