Willensbildung des Volkes im Internet der Bots und Trolle

Wann:
24. April 2017 um 10:30 – 16:00
2017-04-24T10:30:00+02:00
2017-04-24T16:00:00+02:00
Wo:
Vertretung des Saarlandes
In den Ministergärten 4
10117 Berlin
Deutschland
Preis:
kostenlos
Kontakt:
Institut für Europäisches Medienrecht e.V.

Einiges im Internet kommt ganz ohne menschliches Zutun aus: Im Internet der Dinge kommunizieren Maschinen, um irgendeine Aufgabe zu erledigen. Der US-amerikanische Wahlkampf hat gezeigt, dass die Maschinen – Bots genannt – auch über Politik kommunizieren können. Um das Perpetuum mobile algorithmischer Echokammern auf Touren zu bringen, wirft ein Troll, ein beseeltes Wesen mit böser Absicht, gelegentlich etwas in die Diskussion. Die Bots, die Algorithmen der als soziale Medien bezeichneten Plattformen und Suchmaschinen greifen die Inhalte auf und erklären sie zur herrschenden Meinung.
Ein Symposium des EMR will im ersten Teil den Sachverhalt klären: Was spielt sich technisch ab, wie erkennt man die Maschine zu Mensch-Kommunikation und was ist wirklich im US-Wahlkampf geschehen? Die Eingriffe in die gesellschaftliche Kommunikation finden in der Erwartung statt, dass sie etwas bewirken – ein wenig nach dem Muster der Schweigespirale von Noelle-Neumann: Wer in der Kommunikation untergeht, verliert. Aber beschreibt dieses Kommunikationsmodell noch die Wirklichkeit? Das soll geklärt werden, bevor verfassungsrechtliche Grundlagen in Erinnerung gerufen werden.
Schließlich sollen diejenigen Parteien zu Wort kommen, denen Chancen zugerechnet werden, im kommenden Bundestag vertreten zu sein – CDU/CSU, SPD, Grünen, LINKE, AfD und FDP. Wie stehen die Parteien zum Einsatz von Bots und Trollen? Im Anschluss soll eine Diskussion (auch) mit dem Publikum stattfinden. Bis hierhin ist bewusst der Begriff „Fake News“ vermieden worden. Dieser ist im Moment eher ein politischer Kampfbegriff und nicht leicht einer wissenschaftlichen Analyse zugänglich. Versteht man den Begriff als „falsche atsachenbehauptung“
wäre das Äußerungsrecht einschlägig; hier geht es dann um die effektive Rechtsdurchsetzung vor allem gegenüber Plattformen wie Social Media.
Angesprochen ist der Aspekt der Vielfalt der Themen und der Meinungen in der gesellschaftlichen Debatte. Das Internet und die „Telemedien“ sind insofern eine Herausforderung für die strukturelle Sicherung der einungsvielfalt,
die nicht dem Vorbild der Regulierung des Rundfunks folgen kann.

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