Medienkalender

Mrz
22
Mi
Berichterstattung aus dem Gerichtssaal: Wie viel Öffentlichkeit verträgt das Verfahren? @ Hotel Ellington, „Kleine Lounge“
Mrz 22 um 18:30 – Mrz 23 um 21:00

Mündliche Verhandlungen vor Gericht sind regelmäßig öffentlich. Eine Berichterstattung durch elektronische Medien findet, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in Deutschland kraft Gesetzes nicht statt. Im europäischen Ausland ist dies teils anders. Auch in Deutschland gibt es Bestrebungen, das strikte gesetzliche Verbot der Bild- und
Tonberichterstattung aus dem Gerichtsaal zu lockern. Die Gerichtsberichterstattung der Presse ist ein ganz besonders sensibles Genre. In den meisten Verfahren werden persönliche Dinge oder Geschäftsgeheimnisse
erörtert. Der Grundsatz der Öffentlichkeit dient indes auch dazu, die rechtsprechende Gewalt in die öffentliche Meinungsbildung, die wesentlicher Bestandteil des Demokratieprinzips ist, einzubinden. Bei der Berichterstattung über grundsätzlichen Verfahren – nicht nur – der Obergerichte geht es den Medien nicht um Voyeurismus. Es geht
um die öffentliche Begleitung richterlicher Rechtsfortbildung und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft – auch in der modernen Medienwelt. Inwieweit das Rechtsgespräch des Gerichts und der Beteiligten in diesen Verfahren mit O-Ton und Bildern aus dem Gerichtssaal in den zeitgemäßen elektronischen Medien aufgegriffen werden kann,
ohne die rechtsstaatlichen Prozessziele und berechtigte Belange der Verfahrensbeteiligten zu beeinträchtigen, ist Gegenstand einer kontroversen Debatte.

Apr
24
Mo
Willensbildung des Volkes im Internet der Bots und Trolle @ Vertretung des Saarlandes
Apr 24 um 10:30 – 16:00

Einiges im Internet kommt ganz ohne menschliches Zutun aus: Im Internet der Dinge kommunizieren Maschinen, um irgendeine Aufgabe zu erledigen. Der US-amerikanische Wahlkampf hat gezeigt, dass die Maschinen – Bots genannt – auch über Politik kommunizieren können. Um das Perpetuum mobile algorithmischer Echokammern auf Touren zu bringen, wirft ein Troll, ein beseeltes Wesen mit böser Absicht, gelegentlich etwas in die Diskussion. Die Bots, die Algorithmen der als soziale Medien bezeichneten Plattformen und Suchmaschinen greifen die Inhalte auf und erklären sie zur herrschenden Meinung.
Ein Symposium des EMR will im ersten Teil den Sachverhalt klären: Was spielt sich technisch ab, wie erkennt man die Maschine zu Mensch-Kommunikation und was ist wirklich im US-Wahlkampf geschehen? Die Eingriffe in die gesellschaftliche Kommunikation finden in der Erwartung statt, dass sie etwas bewirken – ein wenig nach dem Muster der Schweigespirale von Noelle-Neumann: Wer in der Kommunikation untergeht, verliert. Aber beschreibt dieses Kommunikationsmodell noch die Wirklichkeit? Das soll geklärt werden, bevor verfassungsrechtliche Grundlagen in Erinnerung gerufen werden.
Schließlich sollen diejenigen Parteien zu Wort kommen, denen Chancen zugerechnet werden, im kommenden Bundestag vertreten zu sein – CDU/CSU, SPD, Grünen, LINKE, AfD und FDP. Wie stehen die Parteien zum Einsatz von Bots und Trollen? Im Anschluss soll eine Diskussion (auch) mit dem Publikum stattfinden. Bis hierhin ist bewusst der Begriff „Fake News“ vermieden worden. Dieser ist im Moment eher ein politischer Kampfbegriff und nicht leicht einer wissenschaftlichen Analyse zugänglich. Versteht man den Begriff als „falsche atsachenbehauptung“
wäre das Äußerungsrecht einschlägig; hier geht es dann um die effektive Rechtsdurchsetzung vor allem gegenüber Plattformen wie Social Media.
Angesprochen ist der Aspekt der Vielfalt der Themen und der Meinungen in der gesellschaftlichen Debatte. Das Internet und die „Telemedien“ sind insofern eine Herausforderung für die strukturelle Sicherung der einungsvielfalt,
die nicht dem Vorbild der Regulierung des Rundfunks folgen kann.

Apr
25
Di
Wahr ist, was gefällt? Journalismus in der Glaubwürdigkeitskrise
Apr 25 um 09:30 – 17:30
  1. Frankfurter Tag des Online-Journalismus

Waren Fakten gestern? Fakt ist: Das, was wir die Öffentlichkeit genannt haben, droht kaputt zu gehen – und das hat mit unserem Medium zu tun: „Wir leben nicht im postfaktischen Zeitalter. Wir leben im Zeitalter des durch das Internet möglich gemachten Bullshits,“ sagt ein New Yorker Philosophie-Professor dazu – und hat vermutlich Recht.

Der #ftoj17 dreht sich um die Fragen, die uns Journalistinnen und Journalisten nicht erst seit dem Wahlsieg von Donald Trump und dem Beginn des deutschen Wahljahres beschäftigen:

  • Wie bringen wir Filterblasen zum Platzen?
  • Was können wir bewusst platzierten Unwahrheiten und Verzerrungen entgegensetzen?
  • Wie zivilisieren wir die Kommentarspalten?
  • Wie begegnen wir Nutzern, die uns mit Misstrauen entgegentreten?
  • Wie arbeiten wir unsere eigenen Sünden auf – beispielsweise den Hang zu Skandalisierung, Emotionalisierung und Intransparenz?

Kurz: Es geht um die Frage, wie wir unsere Aufgabe bewältigen, zu den Debatten einer aufgeklärten Öffentlichkeit beizutragen. Unsere Referentinnen und Referenten werden uns helfen, Antworten zu finden – darunter einer der profiliertesten Fake-Jäger, eine Psychologin, die uns erklärt, warum wir uns in der Welt der subjektiven Wahrheiten so wohl fühlen, und ein Propaganda-Forscher, der vorführt, was man mit Bots anstellen kann.

Der Hessische Rundfunk (hr), der Medienbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), evangelisch.de und epd medien laden Sie herzlich ein. Die Teilnahmegebühr beträgt € 90,- (für Studenten/Volontäre € 40,-). Für das leibliche Wohl sorgt der Hessische Rundfunk.

Mai
2
Di
FMX 2017 @ Haus der Wirtschaft
Mai 2 – Mai 5 ganztägig

Die FMX, Conference on Animation, Effects, Games and Transmedia ist Europas einflussreichste Konferenz für digitales Entertainment, die ein Fachpublikum aus den Bereichen Kunst, Technik und Business zusammenbringt. Jedes Jahr diskutieren Künstler, Wissenschaftler, Produzenten und Branchenexperten aus aller Welt gemeinsam und branchenübergreifend aktuelle Produktionsfragen, spannende Technologien und neue Distributions- und Finanzierungsmodelle. Im Conference-Teil gewähren hochkarätige Speaker in Präsentationen und Workshops spannende Einblicke, auf dem belebten Marketplace demonstrieren Hardware- und Software-Anbieter ihre Produkte sowie neueste Innovationen aus Forschung & Entwicklung, im Recruiting Hub halten Top-Firmen Ausschau nach kreativen Talenten und auf dem School Campus zeigen internationale Hochschulen ihre besten Projekte.

 

Die FMX wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart unterstützt, und findet in Kooperation mit der Visual Effects Society, ACM Siggraph, Eurographics und dem World Building Institute statt. Die FMX ist ein Event der Filmakademie Baden-Württember, das vom Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion organisiert wird. Gemeinsam mit dem Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS) veranstaltet die FMX den Animation Production Day (APD), der sich an ein Fachpublikum richtet. 

 

Weitere Informationen

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Wer von der Herrschaft der politischen Korrektheit spricht, hat noch eine Vorstellung von einer klar strukturierten bürgerlichen Öffentlichkeit, in der einige wenige über den Zugang zu den kommunikativen Kanälen entscheiden. Wie abwegig diese Vorstellung mittlerweile ist, zeigt nicht zuletzt die Debatte über das nicht gerade souveräne Verhalten der Tagesschau-Redaktion.   Harry Nutt, Berliner Zeitung, 08.12.2016, Weiterlesen 
Out of Space
Es ist sei unerfindlich, in welchem Maße sich Journalisten willig als Herolde des Netflix-Imperiums gebärden. So meldete „Berliner Zeitung“ in ihrem Web-Kulturteil „Das sind unsere liebsten Netflix-Serien“. Serien-Rankings sind zwar weiterhin Unsinn, aber en vogue und hinnehmbar.  Hinweis: Die Serien sind derzeit auch bei anderen Anbietern zu haben.   Weiterlesen