Zitiert: KI kann Journalistinnen und Journalisten im Alltag durchaus „empowern“

Angesichts der psychologischen Effekte kann die Arbeit mit ihr jedoch übers Ziel hinausschießen und genaue Gegenteil dessen kippen, was Journalismus auszeichnet: KI antwortet, ohne zu widersprechen, sie glättet Friktionen, liefert als „konstruktive KI“ plausible Lösungen – auch dort, wo eigentlich Skepsis angebracht wären. Genau diese Wirkung erklärt, warum ihr Einsatz so selten offen verhandelt wird und zur geräuschlosen Beiläufigkeit wird.

Es ist am Ende vielleicht gut, dass solche Fehler passieren und öffentlich diskutiert werden. Denn sie liefern wichtige Denkanstöße und zeigen, warum es nicht reicht, über Tools, Regeln und Ethik jeweils getrennt zu sprechen. Diese Ebenen wirken in einem „KI-Framework“ stets zusammen – oder sie sie unterlaufen sich gegenseitig. KI-Resilienz im Journalismus meint deshalb nicht Fehlervermeidung, sondern eine Haltung: den Zweifel institutionell zu verankern, Verantwortlichkeiten transparent zu halten und maschinelle Routinen nicht an die Stelle redaktioneller Urteilskraft treten zu lassen.

Stephan Weichert, Übermedien, 24.02.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)