Das britische Modell der Produzentenpolitik

Steve Hewlett hielt Anfang September dieses Jahres in Berlin auf der Gründungsmitgliederversammlung der Sektion „Dokumentation“ der deutschen Produzentenallianz einen Vortrag über den Wandel der britischen Produzentenpolitik. Die Funkkorrespondenz (50-51/2011) dokumentierte eine speziell überarbeitete Version des Vortrags.

„Mit dem Broadcasting Act von 2003 mussten alle terrestrischen Sender in Großbritannien ihre Verfahrensweisen vollständig umstellen. Ab diesem Moment blieben alle Zweitverwertungsrechte bei den Produzenten. … Nun konnten die Produzenten ihre Zweitverwertungsrechte verwerten – und das taten sie auch. Sie verkauften alles, was sie konnten, für zehntausend hier, fünfzigtausend dort. …Heute ist Großbritannien der größte Formatexporteur der Welt, größer noch als die USA. Man könnte nun denken, dass das für uns in Großbritannien alles sehr einfach ist: Unsere Programme sind in Englisch produziert, uns gehört der Rest der englischsprachigen Welt und die USA warten nur darauf, unsere Programme zu kaufen. Es ist aber nicht die Sprache, die entscheidend ist. Die britischen Produzenten sind nämlich nicht mit fertigen Programmen, sondern mit Formaten sehr erfolgreich. Formate bringen Geld.“

 

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Zitat der Woche
Spitzenvertreter von ARD und ZDF – darunter WDR-Intendant Tom Buhrow, der seit Januar 2020 ARD-Vorsitzender ist, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab und ZDF-Intendant Thomas Bellut wie auch Vorsitzende von Senderaufsichtsgremien wie der WDR-Rundfunkratsvorsitzende Andreas Meyer-Lauber – erklären, die Rundfunkbeitragshöhe läge in der aktuellen Periode 2017 bis 2020 real bereits bei 18,35 Euro (inklusive LMA-Anteil). Doch dies trifft, wie schon angeführt, nicht zu. Berücksichtigt man die bereits genannten Faktoren, läge die reale Beitragshöhe niedriger als 18,35 Euro; geschätzt dürften es etwa 18,20 Euro sein – doch auch dieser Betrag spiegelt noch nicht die reale aktuelle Beitragshöhe wider.   Volker Nünning, Medienkorrespondenz, 18.02.2020 (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)