Dokumentiert: Verstoß gegen AVMD-Richtlinie und Rundfunkstaatsvertrag bei Pro7: Zuviel nicht-europäisches Programm

„Für das Fictionangebot der Sender wurden erneut die Sendezeitanteile der Produktionsländer fortgeschrieben, um den Einfluss außereuropäischer Fernsehproduzenten in diesem für Kauf- und Auftragsproduktionen zentralen Angebotsbereich auf die deutschen Hauptprogramme einschätzen zu können. Richtungsweisend ist dafür nach wie vor die AVMD-Richtlinie der Europäischen Kommission, die den Fernsehsendern eine Mindestquote an ausgestrahltem Programm aus europäischer Produktion empfiehlt („Hauptteil der Sendezeit“), um die wirtschaftlichen Wettbewerbschancen europäischer Produzenten und die europäische Kultur gegen internationale Konkurrenz (vor allem aus den USA) zu stärken.

Im Programmjahr 2015 kamen die im Ersten und im ZDF ausgestrahlten Fictionsendungen zu rund drei Vierteln aus deutscher Produktion oder Produktion mit deutscher Beteiligung. Hinzu kamen jeweils rund 9 Prozent Produktionen aus dem EU-Ausland. Bei RTL lag der Anteil der deutschen (Ko-)Produktion bei knapp der Hälfte, bei Sat.1 waren es 15 Prozent. ProSieben hatte, wie bereits in den Vorjahren, mit 2 Prozent den mit weitem Abstand geringsten Anteil an Fiction aus deutscher (Ko-)Produktion. Dafür lag der Anteil US-amerikanischer Produktionen konstant bei 93 Prozent. Bezogen auf das Fictionangebot bedeutet dies: ARD und ZDF entsprachen der empfohlenen Quote deutlich, RTL knapp, und Sat.1 sowie ProSieben wichen weit davon ab.“

 

Udo Michael Krüger: Profile deutscher Fernsehprogramme in: Media Perspektiven 03/2016, S. 166

 

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