Eine Lehre aus der Griechenland-Krise: Europa braucht einen Fernsehsender für eine gemeinsame Öffentlichkeit

Carolin Emcke fordert in Ihrem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung (4.7.2015) deshalb einen unabhängigen europäischen Fernsehsender.

 

„Ein unabhängiger Fernsehsender für alle könnte der Ort sein, an dem sich der Kontinent neu entdeckt und erfindet“, schreibt sie. Und weiter: „Es braucht endlich einen gemeinsamen, unabhängigen Fernsehsender, in dem sich Europa nicht mehr lokal oder imperial, sondern so vielsprachig und multiperspektivisch artikulieren kann wie es ist. In dem die dominante Rhetorik immer wieder herausgefordert wird durch seltenere, unerhörte Sprech- und Denkweisen. Ein europäischer Sender, “der Faktor und Medium der freien Meinungsbildung” sein sollte (wie es der Rundfunkstaatsvertrag für das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen formuliert) und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der europäischen Gemeinschaft nicht allein abbildet, sondern sie immer wieder neu befragt und belebt. Ein wirklich paneuropäisches Fernsehen beinhaltete mehr als nur Nachrichten-Sendungen (wie bei Euronews) oder Parlamentsdiskussionen (wie bei Europarl-TV), es sollte so informativ wie unterhaltsam, so irritierend wie berührend sein.“

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