Das fragt Petra Sorge im aktuellen cicero. Sie stellt fest, dass die Journalisten und deren Redaktionen sich zunehmender, starker Kritik gegenübersähen. Auf diese Kritik reagiere man oft mit „Publikumsschelte“. Man sollte jedoch die Kritikerinnen und Kritiker nicht über einen Kamm scheren, Argumente einfach mit Unterstellungen abwehren. Es gibt Gründe, anonym zu bleiben. Es gibt Gründe, politische Vorgänge anders einzuschätzen.
„Vielleicht brauchen die Medien einfach ein bisschen mehr Gelassenheit. Ein bisschen mehr Publikumsinteraktion. Kundenorientierung. Und ein bisschen mehr eigene Kritikfähigkeit. Dass es an Letzterem hapert, bestätigt sogar die Wissenschaft: Zwei Drittel der Journalisten werden nie oder fast nie von ihren Kollegen oder Vorgesetzten kritisiert.“
Vielleicht ist ja diese fehlende Kritikfähigkeit innerhalb der Branche der Grund, auf die Kritik von außen übermäßig stark zu reagieren und diese mit Unterstellungen abzuwehren. Es wäre eine erster Schritt, wenn die Maßstäbe, die die Journalisten bei ihrer Kritik an andere anlegen, auch für ihre eigene Arbeit gelten.