Fehlt den Journalisten Kritikfähigkeit?

Das fragt Petra Sorge im aktuellen cicero. Sie stellt fest, dass die Journalisten und deren Redaktionen sich zunehmender, starker Kritik gegenübersähen. Auf diese Kritik reagiere man oft mit „Publikumsschelte“. Man sollte jedoch die Kritikerinnen und Kritiker nicht über einen Kamm scheren, Argumente einfach mit Unterstellungen abwehren. Es gibt Gründe, anonym zu bleiben. Es gibt Gründe, politische Vorgänge anders einzuschätzen.

 

„Vielleicht brauchen die Medien einfach ein bisschen mehr Gelassenheit. Ein bisschen mehr Publikumsinteraktion. Kundenorientierung. Und ein bisschen mehr eigene Kritikfähigkeit. Dass es an Letzterem hapert, bestätigt sogar die Wissenschaft: Zwei Drittel der Journalisten werden nie oder fast nie von ihren Kollegen oder Vorgesetzten kritisiert.“

 

Vielleicht ist ja diese fehlende Kritikfähigkeit innerhalb der Branche der Grund, auf die Kritik von außen übermäßig stark zu reagieren und diese mit Unterstellungen abzuwehren. Es wäre eine erster Schritt, wenn die Maßstäbe, die die Journalisten bei ihrer Kritik an andere anlegen, auch für ihre eigene Arbeit gelten.

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)