Namibia-Doku verstieß gegen den Staatsvertrag

Gegensätze in der namibischen Hauptstadt: das von Nordkorea gebaute Unabhängigkeits-Gedenkmuseum neben der Evangelisch-Lutherischen Christuskirche in Windhuk. Die umstrittene Namibia-Dokumentation „Deutsche Schuld – Namibia und der Völkermord“ vom vergangenen Jahr wurde nun vom NDR-Rundfunkrat aufgearbeitet. Ergebnis: Gegen den Staatsvertrag wurde verstoßen.

In vielerlei Hinsicht missglückt, die Macher überfordert, das Ergebnis nicht mehr korrigierbar. Die in der ARD gezeigte Dokumentation „Deutsche Schuld – Namibia und der Völkermord“ wurde im vergangenen Jahr aus der Mediathek genommen. Zuerst hatte der NDR nur einige Fehler korrigiert.

Das reichte allerdings nicht aus. Nun hat sich der Rundfunkrat des Norddeutschen Rundfunks (NDR) damit beschäftigt, und eine knappe Entscheidung getroffen. Mit 22 gegen 20 Stimmen stellte das Gremium fest, dass die Dokumentation „gegen die Grundsätze der Angebotsgestaltung gemäß NDR-Staatsvertrag verstoßen hat“. Damit folgte das Gremium einer Beschlussvorlage des Programmausschusses vom 7. Mai, der mit 14 Ja-Stimmen gegen fünf Nein-Stimmen und bei drei Enthaltungen den Verstoß festgestellt hatte. Nach F.A.Z.-Informationen wurde hinter den Kulissen noch versucht, die Entscheidung zur Verletzung des Staatsvertrags abzuschwächen und stattdessen eine „starke Rüge“ auszusprechen.

Jochen Zenthöfer, faz.net, 18.05.2024 (online)

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