Prominente und beliebte Moderatoren für ARD-Vorabend gesucht

 

ARD-Vorabendkoordinator Frank Beckmann sieht die Umstrukturierung des Vorabendprogramms trotz des Misserfolgs von „Gottschalk Live“ positiv. „Das Konzept sieht einen strategischen Umbau vor, der nur langfristig zu machen ist“, sagte er im Interview des Branchenmagazins „DWDL“.

 

Der Misserfolg abgesetzten Vorabendshow sei „nur mittelbar“ in der Sendung selbst zu suchen. „Die Startzeiten der Serien lagen während der Zeit von ’Gottschalk Live’ ungünstig. Das war das eigentliche Risiko und das hat sich leider auch realisiert. Und ’Gottschalk Live’ war nicht erfolgreich genug, um diesen Effekt zu kompensieren“, sagte Beckmann. Allerdings war dies auch vorher klar. Das Programmschema war ja nicht gottgegeben.

Frank Beckmann möchte, dass die TV-Serien im ARD-Vorabendprogramm längerfristig einen Marktanteil von sieben bis acht Prozent erreichen. „Wenn wir das schaffen, dann haben wir etwa 30 bis 50 Prozent Zuschauer mehr als bisher.“ Er habe das Ziel, langfristig besser als die Konkurrenz zu sein. Dafür brauche er „ausreichend Zeit“ und „auch prominente und beliebte Moderatoren“.

Will er also den Vorabend mit weiteren Shows dominieren? Wer sollen diese „prominenten und beliebten Moderatoren“ sein? Will er eigene ARD-Stars aufbauen? Dann braucht er sehr viel Zeit? Oder will er der Konkurrenz Moderatoren abkaufen? Das hat ja nun schon einige Male für das ERSTE nicht funktioniert, auch wenn es viel gekostet hat.

Übrigens verweist Frank Beckmann darauf, dass das Erste im Monatsmarktanteil durch „Gottschalk Live“ gerade mal 0,1 Prozentpunkte eingebüßt habe – wenn überhaupt. Wäre diese nicht ein weiterer Grund, es mit dem AGDOK-Angebot zu versuchen, am Vorabend Dokumentationen zu zeigen?

„Für jede Sendung unter 5% Sehbeteiligung brauchen Sie nur 50 % der Herstellungskosten zu tragen – für jeden Marktanteil über 5 % zahlen Sie das gleiche wie für eine „Gottschalk Live“ Sendung. Das bedeutet für Sie: Wir stellen uns mit Ihnen aktiv dem Quotendruck!“, heißt es in dem Schreiben, das die AGDOK dem ARD-Programmchef Volker Herres übermittelte. Weitere Vorteile des Kurswechsels: „Sie bekommen wiederholungsfähige Programm-Ware, werden den Makel los, den Dokumentarfilm schlecht zu behandeln und erfüllen ganz nebenbei sogar Ihren Programmauftrag – Sie können also nur gewinnen!“

 

 

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