Reklamebedürfnis der Vereine als Garant für die „Sportschau“

Immer mal wieder wird darüber diskutiert, ob angesichts der mobilen Nutzung die Sportschau im ERSTEN noch eine Zukunft hat, die ARD über 2016 die Bundesligarechte hinaus bezahlen kann oder sich anderweitig orientieren muss, da die Internet-Riesen bereit wären, jeden Preis zu zahlen. Doch wird es dazu kommen? Dietrich Leder gab dazu indirekt eine Antwort in der Funkkorrespondenz (16/2012):

„Die Vereine wiederum konnten auf die „Sportschau“ gar nicht verzichten. Nur über die ARD-Traditionssendung erreichen sie und ihre Werbepartner, die auf ihre Produkte auf den Fußballertrikots, mit dem Stadionnamen und mit den Spielfeldbanden hinweisen, wöchentlich mehr als 5 Mio. Zuschauer. Die ehedem als Schleichwerbung titulierte indirekte Reklame ist also der beste Garant für die „Sportschau“, was selbstverständlich von den Vereinen öffentlich keiner zugibt und man in der öffentlich-rechtlichen ARD auch gar nicht zugeben darf. Sky wiederum hatte sich in den letzten Monaten alle Mühe gegeben, die Klubs für sich einzunehmen. So dürfte der Start des Nachrichtenkanals Sky Sport News HD im Dezember 2011, der seither 24 Stunden am Tag über alles nur Denkbare rund um den Sport und natürlich vor allem rund um den Fußball informiert und somit den Vereinen und ihren Funktionären eine Bühne der Selbstdarstellung bietet, noch ein weiteres Argument für die Verlängerung der Partnerschaft geliefert haben.

Bleibt nur noch eine Frage: Wie lange können sich Sky und Rupert Murdoch das enorme Defizit des Senders leisten? Verlöre der weltweit aktive Medienunternehmer sein Interesse, zöge er sich unvermittelt aus dem Deutschlandgeschäft zurück, verlöre die DFL sehr viel Geld. Auch in der ARD droht eine Diskussion um die Frage, ob sich der Senderverbund die nun erneut verteuerten Rechte wirklich leisten kann? Denn selbstverständlich erwirtschaftet die mit Werbung und Sponsorenhinweisen vollgestopfte „Sportschau“ bei weitem nicht so viel Geld, wie die Rechte kosten. Das Defizit muss mit Gebührengeldern kompensiert werden, das letzten Endes dann in anderen Programmteilen fehlt. Der enorme Preisanstieg verdankt sich – anders als die DFL es sehen mag – eben nicht allein der gestiegenen Attraktivität der Liga, die man gewiss nicht verleugnen kann, sondern der Relevanz, die diese Übertragungsrechte im Kampf um wichtige Positionen auf dem nun um das Internet erweiterten Medienmarkt besitzen.“

 

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