Sachliche vs. personalisierte Berichterstattung

Und genau da haben wir es wieder, mein aktuelles Lieblingsmedienthema: Personalisierung. Schließlich ist es möglich, muss es möglich sein, Aussagen oder Handlungen von Politikern heute zu kritisieren und morgen für gut zu befinden – wenn es sich nicht um ein- und dasselbe Thema handelt. Beispiel: Man kann die Entscheidung, sämtliche Heizungen gegen Wärmepumpen auszutauschen, kritisieren und ein klares Statement gegen Antisemitismus gut finden – eben weil es zwei komplett unterschiedliche Dinge sind.

Schwierig bzw. unglaubwürdig wird es dann aber, wenn man die Kritik bzw. das Lob nur auf die eine Person stützt. Wenn Habeck erst als nicht krisenfester Wirtschaftsminister betitelt und dann ein Jahr später wieder zum Kanzler hochgelobt wird. Und sich dieses Muster wiederholt. Sachlich kritisieren statt persönlich werden – so hat man mir das in Schule und Arbeit beigebracht…

Johanna Bernklau, MDR Altpapier, 03.11.2023 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)