Zitat: Deutschland ist beim Dokumentarfilm ein Billiglohnland

So wie die Welt komplexer geworden ist, so sind auch die Anforderungen an die Produktion gestiegen. Die Filme sind sehr aufwendig und allein aus Deutschland heraus nicht herstellbar. Die deutschen TV-Sender finanzieren diese Filme nur mit Teilbeträgen und unsere Förderregularien lassen die Budgets nicht zu, die dafür nötig sind. Deutschland ist ein Billiglohnland im internationalen Vergleich. In keinem westlichen Land werden Dokumentarfilmer so schlecht bezahlt, wie in Deutschland, egal an welcher Front sie daran arbeiten.

Auf der anderen Seite ist der Distributionsweg zum Publikum schwierig geworden. Während der Dokumentarfilm auf den Filmfestivals und den VoD-Plattformen boomt, wird es ihm im Fernsehen und im Kino schwer gemacht, sein Publikum zu finden. Merkwürdigerweise wird er hier zur Nische degradiert und im Kino Nachmittags und im Fernsehen spät Abends programmiert. Es ist dringend notwendig, ein neues FFG miteinander auszuhandeln, welches der Welt und dem Kulturgut Film wieder gerecht wird.

 

Christian Beetz, BlickpunktFilm 01-02/2018 (S. 14 nicht online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)