Zitat: Kinder-Fernsehen verhunzt Klassiker

„Mitunter gleicht das Fernsehen einer Sondermülldeponie. Selbst Klassiker wie “Heidi”, “Biene Maja” oder “Wickie” müssen neu erzählt werden – wie in der Musik fluten Coverversionen den Markt. Die Farben sind so bunt, als hätten die Macher LSD eingeworfen, die Schnitte so schnell, als litten die Cutter an ADHS. Die Figuren sehen dreidimensional aus, bleiben aber charakterlich eindimensional. Auch die TV-Volkserzieher leisten ganze Arbeit, der Zeitgeist weht durch alle Kanäle, computeranimierte Wesen ersetzen Zeichnungen. … Das Kinderprogramm ist zum Fürchten: Die Globalisierung ist nicht zu übersehen, die amerikanische Sichtweise strahlt bis in den öffentlich-rechtlichen Kanal. Disney & Co. setzen die Standards; wer dahinter zurückbleibt, bekommt bei den Quoten ein Problem.“

 

(Matthias Iken, Hamburger Abendblatt, 18.03.2017, online)

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Zitat der Woche
Bis zum letzten Tag der Amtszeit Kohls waren keine deutschen Soldaten zu Kriegseinsätzen im Ausland. Nach ihm waren sie es ununterbrochen. Man mag einwenden, dass er Schröderfischer ein Jugoslawien-Fiasko hinterließ. Aus anderen sinnlosen Gemetzeln wie dem Golfkrieg hat er uns herausgekauft. Er war einer der letzten Spitzenpolitiker mit Weltkriegserfahrung, sein Bruder im Krieg getötet, seine Politik auf „pazifistische deutsche“ Wählerstimmen gemünzt. Es tut weh, dies anzuerkennen – doch so, wie der Aspekt „Friedenskanzler“ an Kohl nun gar nicht gewürdigt wird von allen kriegerischen Nachfolgern – muss wohl was dran sein.   Friedrich Küppersbusch, taz, 20.06.2016, Weiterlesen 
Out of Space
Es ist sei unerfindlich, in welchem Maße sich Journalisten willig als Herolde des Netflix-Imperiums gebärden. So meldete „Berliner Zeitung“ in ihrem Web-Kulturteil „Das sind unsere liebsten Netflix-Serien“. Serien-Rankings sind zwar weiterhin Unsinn, aber en vogue und hinnehmbar.  Hinweis: Die Serien sind derzeit auch bei anderen Anbietern zu haben.   Weiterlesen