Zitiert: Comedy und Satire können gesellschaftlichen Diskurs fördern

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter können und sollten Humor und Komik einsetzen, um deren entspannenden und integrierenden, aber auch bildenden Potenziale zu nutzen. Comedy und Satire fördern den gesellschaftlichen Diskurs. Das gilt aber vor allem da, wo sie nicht zu konfrontativ und nicht zu exklusiv angelegt sind. So hat eine Studie der Universität Erfurt von Katharina Ratzmann und anderen belegen können, dass der verlachende Gestus gegenüber Politiker_innen in Satireformaten wie der „heute show“ bei Zuschauenden durchaus die Politiker_innenverdrossenheit verstärkt. Damit ist niemandem geholfen.

Die Form der eingesetzten Komik in öffentlich-rechtlichen Formaten sollte das Mitlachen fördern, nicht das Verlachen. Dabei kann durchaus Kritik als Bestandteil der Satire großgeschrieben werden: Kritik an „den Mächtigen“, an Parteien sowie Amts- und Mandatsträger_innen, auch an einfachen Bürger_innen. Die Kritik darf aber nicht verächtlich werden, sondern sollte so gestaltet sein, dass die Betroffenen über sich selbst lachen können. Und die Medienakteur_innen sollten das Potenzial der Selbstironie nutzen. Nicht das hohe Ross der moralisch überlegenen Sittenwächter stellt den angemessenen Modus der Satire dar, sondern der des einladenden Miteinander-Lachens im Bewusstsein eigener Schwächen und Begrenzungen.

Andreas Dörner: Gemeinsamer Gesprächsraum: Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Diskurs fördert. Friedrich-Ebert-Stiftung, 23.04.2020 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)