Im TV-Wahlkampf wurden Spitzenpolitiker:innen von Format zu Format gereicht, um in Sekundenschnelle komplexe Themen zu erklären. Für echten Dialog war kaum Zeit. Damit reproduzieren die Sender genau die Probleme, die sie der Politik vorwerfen, glaubt Peer Schader. […]
Statt echten Austausch zu ermöglichen, werden Politiker:innen immer häufiger zu „Antwortmaschinen“ degradiert. Sie sollen sich in völlig verschiedenen Themengebieten auskennen, in Windeseile Problembeschreibungen anerkennen und ihre Antworten formulieren, bevor der nächste Buzzer oder die nächste Unterbrechung zuschlägt. […]
Umso wichtiger wäre es, dass wir uns mit Blick auf die Zukunft gemeinsam fragen, wie Politikberichterstattung im Fernsehen aussehen muss, um nicht als Teil des Abwärtsstrudels zu funktionieren, in dem sich die Laune des Landes zu befinden scheint.
TV-Verantwortliche müssen sich zuallererst dem Problem bewusst werden, dass Politik nicht immer bloß als Konfrontation inszeniert werden kann – auch wenn gerade Wahlkampf natürlich harte Auseinandersetzung und Rivalität unterschiedlicher Positionen vorherrschen.
Peer Schrader, dwdl.de, 23.02.2025 (online)