Zitiert: Erster ARD-Intendant für Werbung in der Mediathek

73 Prozent der Deutschen finden Werbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen demnach okay, und – man höre und staune – 59 Prozent fänden Werbung in den Mediatheken von ARD und ZDF okay, wenn es sie denn gäbe. … Für die öffentlich-rechtliche Werbung, konstatierte Krupp, werde es als Folge dieser Entwicklung immer schwieriger: “Im linearen TV nimmt die Werbung ein Prozent unserer täglichen Sendezeit ein, im Digitalen herrscht Wüste. Das muss einen beschäftigen, denn wenn die Werbung perspektivisch abnimmt, muss der Beitrag entsprechend steigen.” Laut Krupp läge der Rundfunkbeitrag schon heute bei mindestens 20 Euro, wenn ARD und ZDF werbefrei wären. Seine mittelfristige Überlegung: Die Politik könne ihr Ziel der Beitragsstabilität nicht halten, wenn mit dem Rückgang der linearen Nutzung auch die Werbung wegfalle. … “Sie sollten sich dafür einsetzen”, empfahl Krupp den anwesenden Werbekunden und Agenturchefs, “dass Sie bei uns auch in der Mediathek und in der Audiothek werben dürfen, wenn Sie weiterhin Menschen erreichen wollen, die Qualität suchen und denen Gemeinwohl am Herzen liegt. Wir sind da eher schüchtern und zurückhaltend, wie es unsere Art ist. Aber Sie können das zum Thema machen.”

Torsten Zarges, dwdl.de, 01.10.2021 (online)

Nettowerbe- und Sponsoringumsätze machen 6 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Sie reduzieren den Rundfunkbeitrag um ca. 1,28 Euro. (ard.de)

Paul Kirchhof hatte für ARD, ZDF und Deutschlandradio ein Gutachten zum Rundfunkbeitrag geschrieben und dabei abgeleitet, dass mit dem Rundfunkbeitrag das Programmangebot werbefrei werden sollte. “Würde der Gesetzgeber sich entscheiden, den öffentlichrechtlichen Rundfunk gänzlich – vor dem Hintergrund der gebotenen Aufkommensneutralität auch schrittweise – ohne Werbung und Sponsoring zu finanzieren, wäre die Identität der Rundfunkanstalten und des Rundfunkprogramms – ein Programmablauf ohne jegliche Werbeunterbrechung – in eindrucksvoller Weise hervorgehoben. Die Notwendigkeit des Rundfunkbeitrags wäre für jedermann ersichtlich, weil er sich mit dem erneuerten Rundfunkbeitrag u. a. die Werbefreiheit dieses Programms erkauft.” (Gutachten)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)