Zitiert: Journalismus hat Herausforderung nicht bestanden

Zu denjenigen, die zu lange recht blind für die Bedrohung waren, gehören die meisten Medien. An jenem von der WHO als “Zyklus von Panik und Vergessen” genannten Mechanismus hatten sie ihren Anteil. Oft sind Themen übermächtig, es gibt Schlagzeilen und Sondersendungen. Dann werden sie beinahe unsichtbar, obwohl Aufarbeitung, Konsequenzen und die Vorbereitung auf das nächste Mal wichtig sind. Journalisten tragen keine Verantwortung, dafür zu sorgen, dass aus Krisen keine Katastrophen werden. Aber guter Journalismus zeichnet sich durch Urteilskraft aus, aufzuzeigen, worüber es lohnt nachzudenken, was uns beunruhigen sollte und was Politik nicht ignorieren darf. Diesen Test hat die Branche vor der Pandemie nicht bestanden. … Guter Journalismus stellt auch jene Fragen, die die Politik aus taktischen Gründen, oder weil es politisch heikel erscheint, ausklammern will. Dann kann er Taktgeber und Nachdenkhilfe sein, eine Größe auf der Suche nach dem richtigen Weg.

Georg Mascolo, sueddeutsche.de, 03.12.2021 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)