Zitiert: Klimadebatte – die Möglichkeiten sehen und nicht die Grenzen

Nie mehr Malediven, nie mehr Currywurst? Die Klimadebatte wird vor allem als Verzichtsdebatte geführt. Der Philosoph Jörg Phil Friedrich findet das falsch. Denn der Verzicht auf Liebgewonnenes eröffnet die Möglichkeit, Unentdecktes auszuprobieren. …. Der Verzicht, über den wir permanent reden, ist natürlich nicht so gravierend wie der, den uns Kriege, Hungersnöte und Katastrophen abverlangen. Er ist auch nicht so unumgänglich wie zu einer Zeit, die von Knappheit und Not geprägt ist. Er belastet vor allem deshalb, weil kein Ende des Verzichts in Sicht ist. ….

Nun sind wir uns in den meisten Fällen gar nicht bewusst, dass wir uns für das eine und gegen die vielen anderen Möglichkeiten entschieden haben. Es hat sich einfach so ergeben: Der Zufall hat mich in die Berge geführt, und es hat mir gefallen. Durch Zufall habe ich im Restaurant Steak probiert, und es hat mir geschmeckt. Da ich die vielen anderen Optionen gar nicht wahrgenommen habe, halte ich das, was ich gewählt habe, für das Beste. Und ich habe mich daran gewöhnt, deshalb will ich nicht darauf verzichten.

Jörg Phil Friedrich, Deutschlandfunk Kultur, 11.10.2021 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)