Zitiert: Krise der Gaming-Magazine

Gaming-Magazine waren in den letzten Jahren meist nur eine Sammlung von Texten ihrer meist gleichnamigen Online-Seiten. Nicht nur GamePro des französischen Verlags Webedia und Games Aktuell vom deutschen Computec Media Verlag haben ihr Aus verkündet. Im März 2023 wurde das von seinen Nutzer:innen finanzierte Online-Magazin Wasted eingestellt, gefolgt vom GAIN Magazin im Herbst. Vor allem Wasted versuchte es mit einem feuilletonistischen Ansatz, konnte aber nicht bestehen. […]

Die Besprechung von Videospielen beschränkt sich oft auf grafische Einstellungen, die erzählte Geschichte und wie sich das Spiel selbst spielt. Die technikaffine Berichterstattung vernachlässigt aber oft die politischen und kulturellen Aspekte, die das Medium mit sich bringt. Themen wie Rechtsextremismus im Gaming, der wachsende Brancheneinfluss Chinas, russische Spiele-Propaganda oder auch unreflektierter US-Patriotismus sind im Gaming-Journalismus nur Randerscheinungen. Die Online-Magazine gehen den Bereich „Games-Feuilleton“ nur zaghaft an. […]

Laut Luibl unterwerfe sich der Gaming-Journalismus vollständig den Algorithmen und setze nur noch auf Clickbait und Keywords. Der investigative journalistische Inhalt bleibe meist auf der Strecke, ebenso wie faire Vergütungen. „Die Gehälter für Redakteure sind niedrig und die Leidenschaft für Spiele wird ausgenutzt, sodass unbezahlte Überstunden quasi vorausgesetzt werden“, so Luibl.

Die große Herausforderung an den Spielejournalismus ist, dass er sich in den kommenden Jahren nicht weiter verwässert.

Martin Seng, taz.de, 30.01.2024 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)