Zitiert: Kultur bei den Öffentlich-Rechtlichen

Es scheint ein Muster vorzuliegen: Öffentlich-rechtliche Programmdirektoren streichen Kultursendungen, Künstler und Intellektuelle legen Einspruch ein, am Ende trifft man sich in der Mitte. …. Wenn man sich dann umhört unter den Kulturchefs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und sie fragt, was sie eigentlich einzuwenden haben gegen Kritik und Kulturjournalismus, erhält man immer wieder die Antwort, dass die Entscheidungen zum guten Teil dem Medienwandel geschuldet seien und im Digitalen eben bestimmte Sachen nicht mehr funktionierten. … Die Frage ist eher, welcher Kulturbegriff den Formaten zugrunde liegt, die heute für das Netz entwickelt werden. Und dort regieren heute, nach allem, was man hört und sieht, das trübsinnige Primat der Niedrigschwelligkeit und die frivole Publikumsverachtung, die sich hinter dem Begriff “Vermittlung” verbirgt. … Dass ein digitales Die Erfahrung zeigt, dass der öffentliche-rechtliche Rundfunk im Internet gerade dann große Erfolge einfährt, wenn er sich auf das Optimierungsspiel gar nicht erst einlässt. … Wenn man die Möglichkeiten des Internets mit den Möglichkeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verschränkt, und wenn man Kultur auch im Digitalen von ihrem Ideal her denkt statt von einer trübsinnigen Durchschnittsmetrik, dann wäre es um die abgesetzten Fernsehjournale im Zweifel nicht schade, denn dann könnten wir am Anfang eines Goldenes Zeitalters öffentlicher Intelligenz stehen.

Felix Stephan, sueddeutsche.de, 23.12.2020 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)