Zitiert: Nicht Technik regulieren, sondern Konflikte und Risiken, die sich aus ihr ergeben

Gesetzliche Regulierungen sind immer einen Schritt hinterher. Wie lässt sich damit umgehen?

Indem man nicht die Technik reguliert, sondern die menschlichen Konflikte und Risiken, die sich aus dem Umgang mit Technologie ergeben. Nehmen wir das Auto: Gesetze begrenzen nicht die Anzahl der PS, sondern die Geschwindigkeit auf der Straße. Nicht die Technik wird reguliert, sondern der menschliche Einsatz. ….

Wir haben gute und lang tradierte Gesetze, die individualrechtliche Schäden längst regulieren. Die Frage ist: Brauchen wir neue, speziellere? Automatisierung verändert die Gesellschaft und unser Verantwortungssystem nicht grundsätzlich. Auch die gesellschaftlichen Folgen der Regulierung ließen sich schwer abschätzen. Algorithmen sind nur ein Skelett und abhängig vom Kontext. Ein Algorithmus für Filmkuratierung kann auch in der Krebsforschung verwendet werden. Die Daten, die Auswertungsmethoden, die Prozessarchitektur machen den Unterschied. Ein Sozialwissenschaftler kann die Statistik eines Kardiologen nicht interpretieren. Ein Richter hingegen muss den gesamten Kontext betrachten, bevor er urteilen kann. Dasselbe gilt hier. Bei der Regulierung sollte nicht Technologie im Mittelpunkt stehen, sondern der Mensch und das Gesellschaftliche.

 

Lorena Jaume-Palasí, Mitgründerin der Initiative „Algorithm Watch“, faz.net, 02.05.2018 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)