Zitiert: Post-faktisches Fernsehen

Filme und Streaming-Serien, die Geschichte, soziale, kulturelle, biografische Zusammenhänge bewusst für null und nichtig erklären, die eine ahistorische, völlig subjektive Parallelwelt erschaffen, die nur wahr ist, weil man es so will. Man hat keine Verpflichtung gegenüber der Wirklichkeit, man schafft sie sich. Eine Stadt etwa ist ein Topos von Geschichte und Erinnerung. Doch darauf wird gepfiffen, Architekturen, Looks, Geschichten, Menschen werden wie ein Patchwork zusammen gemorpht, weil es sexy aussehen, etwas hermachen soll (…)

In der Neuverfilmung von “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” stimmt rein gar nichts. Eine Ära wird zur Freak-Show in Werbeästhetik degradiert, die Produktion erzählt nichts über Jugend und stellt Drogensucht als hippe Party dar.

Oliver Koerner von Gustorf. “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” bei Amazon. Eine Serie von Spießern für Spießer, Monopol Magazin, 03.03.2021, (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)