Als TED groß wurde, war die Medienwelt ja noch nicht so wie heute. 2006 fingen wir mit den TED-Talks an, da war es technisch mit Youtube gerade erst möglich geworden, Videos im Netz zu streamen. Und die Leute waren begeistert, dass es da wunderbare Inhalte gab und nicht nur Katzenvideos. Wir waren ja selbst erstaunt, wie stark sich die TED-Talks als virale Videos durchsetzen konnten. Traditionelle Medien veröffentlichen vor allem Nachrichten und Unterhaltung, und das noch auf einer komprimierten Zeitschiene. Das hat eine begrenzte Lebensdauer. TED hat da eine andere Stoßrichtung. Viele Leute begriffen: Starke Ideen sind die Superkraft der Menschheit, die unsere Geschichte mehr geprägt hat als alles andere. […]
Ich glaube, die Menschen wollten ihre Begeisterung einfach weitergeben. Die sagten sich, wenn mir ein Video so viel geben kann, soll es das auch für meine Freunde und Familie. Deswegen war das bei uns nie die verzweifelte algorithmische Jagd nach maximaler Aufmerksamkeit. Wir versuchen, Dinge zu teilen, die wichtig sind und die für jemanden und vielleicht für die Welt langfristig etwas bewirken.
Chris Anderson, sueddeutsche.de, 03.03.2025 (online)