Zitiert: Vielfalt in den Gremien von ARD, ZDF, Deutschlandfunk und Deutsche Welle (I)

Jedoch zeige die Erhebung, dass beispielsweise Bäuerinnen und Bauern (weniger als 1 Prozent der Bevölkerung) genauso zahlreich in Rundfunkräten vertreten seien wie Eingewanderte und ihre Nachkommen (mehr als 27 Prozent der Bevölkerung) und Jäger*innen hätten zahlenmäßig mehr Einfluss auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Repräsentant*innen der anerkannten nationalen Minderheit der Rom*nja und Sinti*zze. Queere Menschen seien erst seit 2015 in Rundfunkräten vertreten, sie fehlten bis heute in der Hälfte aller Rundfunkräte. Menschen mit Behinderung hätten  nur in sieben der zwölf Rundfunkräte einen festen Sitz – allein in Sachen Barrierefreiheit im TV sollten sie aber überall mitbestimmen können. Staatsnahe Mitglieder (z. B. Regierungsmitglieder, politische Beamt*innen, Landrät*innen) bildeten die mit Abstand größte Gruppe in den Rundfunkräten – trotz des gesetzlichen Gebots der Staatsferne. Paritätsregeln sorgten für durchschnittlich 44 Prozent Frauen in Rundfunkräten, unter den ersten Vorsitzenden sei aber nur noch ein Drittel weiblich. Außerdem wird festgestellt, dass „alle Rundfunkräte stark überaltert sind“. Auf jede Person unter vierzig Jahren kommen zwei, die älter sind als siebzig

„Die Debatte darüber, wer den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kontrolliert – und wer nicht – gehört in die Öffentlichkeit und nicht hinter die verschlossenen Türen von Staatskanzleien. Denn gerechte Repräsentation scheitert in der Regel nicht am Platz im Gremium oder einem Mangel an Möglichkeiten, sondern am fehlenden politischen Willen“, betont der NdM-Vorstand.

verdi.de/medienpolitik, 3.8.2022 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)