Zitiert: Was in der ARD mal möglich war

Klaus Wildenhahn, der Gründer und überzeugende Verfechter des rein improvisierenden „Direct Cinema“ in Deutschland, war bis Anfang der 1990er Jahre selbst Redakteur beim NDR und musste deshalb für die Idee zu seinem nächsten Film niemanden überzeugen. Seine Methode des dokumentarischen Arbeitens: interessante Menschen mit einem zentralen Konflikt finden und dann abwarten, was passiert – ins Offene arbeiten. Dafür erhielt er regelmäßig 60 Rollen unbelichtetes 16mm-Filmmaterial und konnte einfach anfangen zu drehen.

Nach heutigen Spielregeln ist es undenkbar, unter diesen Maßgaben die Freigabe der Mittel für einen Film zu erhalten. In der Branche redet man jetzt über die Protagonistinnen und Protagonisten eines Dokumentarfilms genau wie von der Besetzung eines Spielfilms.

Daniel Sponsel, critic.de, 30.03.2021 (online)

Kommentar verfassen

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)