Zitiert: Welche „Radio“-Angebote müssten auf welche Kommunikationsbedürfnisse reagieren?


Die erste Bemerkung gilt dem, was man gemeinhin mit ‚gesellschaftlicher Fragmentierung‘ oder ‚fragmentierten Öffentlichkeiten‘ bezeichnet. Das ist die ganz große Herausforderung aktuell: Was hält diese Gesellschaft zusammen? Wie kann gesellschaftlicher Zusammenhalt gestärkt werden?

Wer oder was, wenn nicht Kultur, hat diese große Aufgabe? Sie trägt dazu bei, dass Individuen sich zu Persönlichkeiten bilden. Sie macht aus Personen soziale Gruppen, Gemeinschaften. Sie schafft Zusammengehörigkeit.

In dem EBU-Modell, das ich erwähnt habe, wird explizit diese Aufgabe angesprochen. Die öffentlich-rechtlichen Medien sollten noch mehr sich diese Aufgabe auf die Fahne schreiben und uns ihre Leistungen aufzeigen.

Wie sähe das speziell für „Radio-Kulturen“ aus? Welche „Radio“-Angebote müssten auf welche Kommunikationsbedürfnisse reagieren?

Auf der untersten Ebene, auf der breiten Ebene einer Informationspyramide steht die Weltbeobachtung. Radio-Kulturen müssen wissen, müssen erfahren können, was vor sich geht. Was ist öffentlich relevant?

Auf einer Ebene darüber stehen thematische Interessen und Vorlieben. Hier haben Hörspiele ihren Platz, Features, Dokumentation, alles, was Aspekte der Welt aufzeigt, akustisch, mit den Mitteln des Klangs, der Stimme und der Sprache.

Erst weiter oben in dieser Informationspyramide kommen gruppenspezifische Bedürfnisse oder gar situativ-individuelle Bedürfnisse. Ob die öffentlich-rechtlichen Anstalten hier gefragt sind, das lasse ich noch offen. Aber ein öffentlich verpflichtend gemachter „Kulturauftrag“ wird sich mit Sicherheit diesen unteren beiden Ebenen widmen.

Hans-Ulrich Wagner, Deutschlandfunk, 24.03.2019 (online)

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