Zitiert: Wie ARD und ZDF beim Publikum Unmut nähren

Die Skepsis gegenüber den ö/r Medien hat aber auch mit Ästhetik zu tun, damit, wie wir Geschichten erzählen. Häufig behauptet im TV-Dokumentarismus ja ein auktorialer Erzähler, wie man das Gesehene bewerten soll. Dadurch hören wir den Protagonisten nicht wirklich zu, wir interpretieren Bilder nicht selbst, sondern meist sagt uns ein älterer Mann mit ehrfurchtgebietender Stimme, wie wir sie verstehen sollen. Genauso wirkungsvoll ist der Einsatz der gefühlt immer gleichen, emotionalisierenden Musik die den Zuschauer fesseln soll und ihm gleichzeitig die Botschaft schon unterschummelt. Diese Strategien nähren inzwischen bei vielen Zuschauern Unmut. Dass dieser Unmut sehr viel mit der Form, der Ästhetik zu tun hat ist den meisten Programmverantwortlichen aber gar nicht klar, da bin ich mir ziemlich sicher.

Thorolf Lipp, Planet Interview, 02.12.2020 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)