CDU gegen eigenständigen ARD-ZDF-Jugendkanal

Malu Dreyer ist SPD-Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder. Julia Klöckner ist CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Medien der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der CDU/CSU.

Vor sieben Wochen hatte Malu Dreyer den ARD-Intendantinnen und Intendanten erläutert, welche öffentlich-rechtlichen Fernsehkanäle es in Zukunft noch geben soll. („Aus 13 mach 9 – Malu Dreyer schlägt Neuordnung der öffentlich-rechtlichen Spartenkanäle vor“)

 

Heute veröffentlichte Julia Klöckner ihre Vorschläge – in der FAZ. Sie will keine Jugendkanal, sie will eine abendliche ,Jugendkanal‘-Schiene ab zwanzig Uhr im Kinderkanal KiKa. So könne man Kosten sparen und auf bestehenden Strukturen aufbauen. Zudem solle ein Internet-Portal mit jugendaffinen Inhalten aus Radio und Fernsehen der Sender die Jugendkanal-Schiene ergänzen. Dabei solle man auch die Möglichkeiten von Social-Media ausschöpfen. Die zeitlichen Beschränkungen im Internet sollten überdacht werden, da sie bei jüngeren Menschen auf Unverständnis stoßen, da diese glauben, sie hätten für das Programm bezahlt.

 

 

Bei den eigenen Kanälen solle das ZDF neben ZDFkultur auch auf ZDFinfo verzichten und dessen Angebot in ZDFneo integrieren. So würde ZDFneo mit „altersgerechten Nachrichten“ zum zweiten ZDF-Vollprogramm für eine jüngere Zielgruppe. Zudem solle dem ZDF der der Ereigniskanal Phoenix zugeordnet werden.

Die ARD solle ,tagesschau24‘ nur noch im Netz und inklusive einer entsprechenden App anbieten. Die dritten Programme der ARD sollten noch stärker den länderspezifischen Auftrag in den Fokus rücken nach dem Motto `Radikal Regional`. Arte und 3sat sollten erhalten bleiben – oder als Grundlage für einen größeren europäischen Kultursender genutzt werden.

Worin unterscheiden sich nun beide Vorschläge? Julia Klöckner will sieben Sender, Malu Dreyer neun. Anstatt eines eigenen Jugendkanals will Julia Klöckner den Kinderkanal um Jugendangebote verlängern. Und: tagesschau 24 soll es nur im Netz geben. Zudem teilt Julia Klöckner Phoenix dem ZDF zu. Malu Dreyer wollte dieses Programm der ARD zuschlagen.

 

Somit sind die Verhandlungsmassen zwischen CDU und SPD aufgebaut. Mal sehen, wie der Kompromiss dann aussieht.

 

UPDATE (21.08.2013) Beitrag von Julia Klöckner auf faz.net


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