Erfolgreiche Dokumentationen zur Primetime?

„Die Dokumentationen über Honecker in der ARD und über Gaddafi auf RTL stießen am Montagabend auf großes Interesse bei den Zuschauern.“ Dies stellt Joachim Huber im Tagesspiegel fest. „Beide Sendungen konnten sich in der Quoten-Spitzengruppe platzieren. Beide Beiträge liefen zu attraktiven Zeiten Die Programmmacher sollten darin ein Signal erkennen.“

Die NDR Dokumentation „Der Sturz – Honeckers Ende“ wurde um 21 Uhr gesendet und hatte 4,2 Millionen Zuschauer (Marktanteil von 13,5 Prozent). In den neuen Bundesländern (inkl. Berlin) lag der Marktanteil bei 16,8 Prozent. NDR-Intendant Lutz Marmor lobte Autor sowie den ARD-Programmdirektor: „Eric Friedler hat erneut bewiesen, dass er einer der besten Dokumentarfilmer in Deutschland ist. Wieder ist Eric Friedler ein überaus packender, fesselnder Film gelungen, der zugleich auch authentischen Geschichtsunterricht bietet. Es hat sich gelohnt, diese herausragende Dokumentation auf einem sehr guten Sendeplatz auszustrahlen – danke dafür auch an Programmdirektor Volker Herres.“ Doch das Letztere nicht selbstverständlich sein? Wieso muss man sich für eine professionelle Normalität bedanken? Es ist eben keine Normalität.

Fast 7,5 Millionen Zuschauer haben eine der beiden Dokumentationen gesehen. Dies sei ein „Triumph der Dokumentaristen und ein Signal an die Programmmacher“. Wenn „Thema und Machart stimmen“ sei das Publikum bereit, „aus dem Berieselungs- in den Beobachtungsmodus zu wechseln. Dieses Fernsehen ist ihm zuzumuten.“

 

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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