Junge Union Thüringen will keinen Jugendkanal sowie anderen MDR

 

Die Junge Union in Thüringen fordert laut Thüringer Landeszeitung vom MDR „ein besseres jugendgerechteres Angebot“. Dabei offenbart man, dass man sich gar nicht mit der MDR-Realität auseinandersetzt. „Der MDR darf nicht reines ‘Schunkel-TV’ sein.“ So heißt es in einem Antrag, der auf dem Landtag der Jungen Union angenommen wurde. Doch wer den MDR in den letzten Monaten gesehen und die programmlichen Veränderungen verfolgt hat, der findet nur wenige Beispiele für „Schunkel-TV“. Zudem fragt man sich, was die Forderung nach einem „Hauptprogramm, in dem sich alle Generationen wohl fühlen“, soll? Wollen die Jungen Unionisten etwa gemeinsam mit ihren Eltern und Großeltern fernsehen? Und sehen sie vor allem „aufwändige Reportagen, anspruchsvolle Kulturmagazine, politische Hintergrundberichte“ oder auch „wichtige Landtagsdebatten, wie Regierungerklärungen zu brisanten Themen“, wie sie von den Sendern einfordern? Diese Forderungen sind nicht neu. Insbesondere der Landesvorsitzende der Jungen Union, Stefan Gruhner, kritisiert den MDR immer wieder.

 

Sicher kann man mit dieser Argumentation sich gegen einen Jugendkanal aussprechen. Doch warum gibt es dann den Kinderkanal in Erfurt? Und wieso hat man dann im Radio nichts gegen die Jugendradios? Es fehlt nur noch die Forderung nach einem „Programm für alle“. Doch ist es nicht die Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Medien, die Meinungs- und Willensbildung zu befördern und dementsprechend Programme anzubieten. Und wenn dafür ein Jugendkanal sinnvoll und notwendig ist, dann müssen die Sender diesen auch anbieten.

Übrigens wollen haben gerade auch CDU-Medienpolitiker aus Thüringen und Sachsen gefordert, einen Jugendkanal in Erfurt neben dem Kinderkanal zu etablieren. So hat der sächsische Staatskanzleiminister Johannes Beermann schon im Juli diesen Jahres erklärt, dass er für einen Jugendkanal ist. „Die Staatskanzlei gehörte zu den ersten Befürwortern eines qualitäts- und bedarfsgerecht an den spezifischen Anforderungen junger Rundfunknutzer/innen in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen orientierten TV-Programmangebots im gebührenfinanzierten öffentlichrechtlichen Rundfunk. Dabei hat sie sich immer für eine Abstimmung von ARD und ZDF ausgesprochen. Im Rahmen der medienpolitischen B-Koordination ist die Staatsregierung unter den Ländern schon jetzt an vorderster Stelle für einen jungen Kanal engagiert.“ (DS 5/9605, Antrag der Fraktion Die Linke)

 

 

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