Klick-Tipp: Die Verflechtung von Big Tech und Staatsmacht

Ein neues Projekt deckt die Infrastruktur techno-oligarchischer Kontrolle auf – und zeigt, warum Europa handeln muss. […]

Vielmehr schälte sich im Laufe von Donald Trumps zweiter Regierungszeit in Washington ein neues Geflecht heraus: eine Koalition aus Tech-Milliardärinnen, Risikokapitalistinnen und Ideolog*innen, die an dem arbeiten, was wir den „Autoritären Block“ nennen – ein vertikal angelegtes System privatisierter Kontrolle, das sich von Cloud-Plattformen und KI-Modellen über autonome Drohnen und Militärsatelliten bis hin zur Finanzinfrastruktur erstreckt. Dieses System steuern allen voran Peter Thiel, Elon Musk, Marc Andreessen und David Sacks, deren Investitionen sich nun mit einem politischen Projekt verbünden: Sie verwandeln staatliche Souveränität in eine Anlageklasse für private Vermögen.

Anders als der militärisch-industrielle Komplex aus der Zeit des Kalten Kriegs ist dieses neue Geflecht schneller, transnational aktiv und ideologisch stimmig. Es rollt nicht mit Panzern ein und betreibt auch keine Lobbyarbeit von außen für den US-Kongress. Stattdessen schleust es sich auf der Personalebene ein, durch Beschaffungswege und mittels technischer Bauten, ohne die der Staat nicht mehr funktionieren kann. In Silicon Valley werden längst nicht mehr Apps kreiert, sondern Weltreiche aufgebaut. […]

Europa steht an einem entscheidenden Wendepunkt und muss sich entscheiden: Entweder es baut unverzüglich echte technologische Souveränität auf, oder es muss akzeptieren, von Silicon Valley regiert zu werden, dessen Entwickler*innen die Demokratie für ein überflüssiges operatives System halten, das ersetzt werden muss.

Francesca Bria, rosalux.de, 04.02.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)