Klick-Tipp: Junk News – Klebstoff der Öffentlichkeit

Mit dem Begriff Fake News, der ungewollte Fehlinformation sowie bewusste Desinformation umfasst, setzen sich Medienkonsumenten und die Wissenschaft verstärkt seit dem amerikanischen Wahljahr 2016 auseinander. Fake News können als Teilmenge von Junk News verstanden werden, zu denen weitere journalistische Schmuddelkinder gehören, wie sensationell aufgemachte Berichte über Belangloses, Privates und zu Skandalen erhobene Begebenheiten. Als »News« werden in diesem Beitrag wie im englischen Sprachgebrauch nicht nur Nachrichten bezeichnet, sondern alle journalistisch prozessierten Formate, die Aspekte des aktuellen Weltgeschehens aufgreifen. Im Diskurs über Junk News scheint Einigkeit darin zu bestehen, dass sie über ihre Belanglosigkeit hinaus auch schädlich sind, letztlich sogar für demokratische Prozesse. Die mediale und gesellschaftliche Funktion oder gar der Nutzen von Junk News werden bei den vorhandenen Kritiken und Studien selten oder gar nicht thematisiert. Das soll jedoch nun in diesem Beitrag geschehen. Dabei wird die Argumentation auch die Frage berühren, was journalistische Berichterstattung – unabhängig von professionellen Selbstverständnissen – im Kern ist und wie sie ihr Wirkungspotential entfalten kann.

Hermann Rotermund, weisses-rauschen.de, 31.12.2025 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)