Grund, mal zu fragen: Ab wie viel Berichterstattung gilt ein Tabu als gebrochen? […] Doch trotz dieser erfreulichen Entwicklung kann und wird es passieren, dass auch die nächste Frau, die schwanger wird, eine Fehlgeburt erlebt oder das Klimakterium erreicht, verblüfft darüber ist, was ihr dabei alles passiert und passieren kann. Nicht, weil über diese Vorgänge niemand spricht– sondern weil fast immer nur die zuhören, die es bereits betrifft.
Für Redaktionen bedeutet das: Sie müssen diese Themen immer und immer wieder machen, denn wer sich heute dafür interessiert, hat den Text aus dem vorletzten Jahr vermutlich nicht gelesen. Nur das Tabu-Narrativ, das können sie sich sparen.
Barbara Vorsamer, Übermedien, 31.08.2026 (online)

