Kann ein Intendant ein genehmigtes Telemedienangebot einfach so einstellen?

Dr. Werner Hahn, der frühere Juristische Direktor des WDR, sowie Prof. Dr. Thomas Vesting haben bei C.H. Beck einen Kommentar zum Rundfunkrecht  herausgegeben. Den Teil zum Dreistufenrtest (§ 11f Rundfunkstaatsvertrag) hat Prof. Dr. Martin Eifert geschrieben. (Hahn/Vesting: Beck’scher Kommentar zum Rundfunkrecht, 3. Auflage, § 11 f RStV, Rn. 122-127, S. 639 f.)

 

Er führt unter Rn. 127 aus:

 

Die Entscheidung des Rundfunkrates ist Voraussetzung zur Realisierung des Angebotes, führt aber nicht zu einer entsprechenden Verpflichtung. Die Entscheidung konkretisiert zwar den Auftrag, der grundsätzlich auch den Auftrag der Wahrnehmung der übertragenen Aufgabe enthält. Dies bezieht sich aber nur auf das Telemedienangebot insgesamt. Für die Konkretisierung im Drei-Kriterien-Test ist dies vom Gesetzgeber relativiert, da der Verzicht auf die Realisierung eines beschlossenen Angebots hier dem eingeräumten Initiativrecht des Intendanten entspricht. Europarechtlich ist nur gefordert, dass bei einem Verzicht durch die Rundfunkanstalt auch die entsprechenden Mittel nicht zugewiesen werden. (Hervorhebung von Martin Eifert)

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Unterschiedliche Maßstäbe –  Mal so, mal so: Fußballspiel ja, Tatort nein

Til Schweiger zeigt wenig Verständnis für die Entscheidung des NDR, die „Tatort“-Doppelfolge „Der große Schmerz“ und „Fegefeuer“ auf 2016 zu verschieben. „Wir sollten uns nicht von Terroristen diktieren lassen, was wir im Fernsehen zeigen sollten“.

Hinweis: Fußballspiele werden bisher auch… Weiterlesen

Vergesst das Fernsehen? – Warum TV-Sender zu kritisieren noch nicht „rückwärtsgewandt“ ist

Das klassische TV-Sendermodell sei hinfällig, man brauche neue Finanzierungs- und Vertriebswege. So die neue Dok-Leipzig-Chefin Leena Pasanen im Interview mit SpOn (26.10.2015).

 

„Seitdem ich in Deutschland bin, werde ich immer wieder dazu aufgefordert, das deutsche Fernsehen für seine Förderpolitik zu kritisieren. Ich bin in Finnland bewusst aus dem Fernsehgeschäft ausgestiegen, weil ich nicht mehr an das klassische Sendermodell glaube. … Wir erleben gerade das, was die Musikbranche vor Jahren schon durchgemacht hat: Die Leute legen nicht mehr Wert auf die Verpackung eines Produkts – ob sie Musik als CD oder Schallplatte präsentiert bekommen, ist für sie nicht entscheidend. Genauso geht es Filminteressierten, denen ist es egal, auf welchem Weg sie an einen Film kommen.“ Weiterlesen

„Star Wars“-Einnahmen

„Sechs Wochen vor dem weltweiten Filmstart erwacht die Marketing-Macht, die mit geschätzten 225 Millionen Dollar mehr kostet als die Produktion des Films (200 Millionen)“, berichtet Jürgen Schmieder auf sueddeutsche.de (06.11.2015). Der Film soll weltweit 2,3 Milliarden Dollar einspielen können. Allein in China schließlich will man etwa 550 Millionen Dollar erwirtschaften. Weiterlesen

DLF-Nachrichtenredaktion klassifiziert „sieben Todsünden“ der Nachrichten

Marco Bertolaso hat sich einmal mit sieben sehr zugespitzten Vorwürfen gegenüber dem Deutschlandfunk gewidmet. Dies reicht von „Ihr macht doch alles, was die Regierung will“ bis hin zu „Ihr seid die Lügenpresse!“

 

Leider geht er an dieser Stelle  (2.11.2015) nicht auf die Produktionsbedingungen des Radio-Nachrichten- Journalismus ein. Es ist ja möglich, dass, obwohl alle nach bestem Wissen und Gewissen arbeiten, das Nachrichtenangebot die Realität trotzdem nicht entsprechend widerspiegelt und sich daraus die Kritik speist – wobei den Medien und damit auch dem Deutschlandradio falsche Ursachen zum Vorwurf gemacht werden. Weiterlesen

Onlinefilm.org

Zitat der Woche

Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    

Out of Space

Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)