Zitiert: Was Late-Night nicht mehr ist

Das Late-Night-Format war einst das freie Terrain für den respektlosen Witz und die ironische Selbstbefragung einer ganzen Gesellschaft. Kimmels Sendung ist keine reine Unterhaltung, sondern eine Kulturtechnik der Demokratie.

Dass er seiner Show beraubt wird, ist mehr als ein medienpolitischer Zwischenfall. Es ist ein Desaster. Denn ohne die Ironie, ohne die satirische Selbstbefragung werden die Nächte lang und länger. Bis am Ende alles von der Dunkelheit verschluckt wird.

Matthias Kalle, taz.de, 18.09.2025 (online)

Zitiert: Warum Amerikas klügster Late-Night-Talker wirklich vor die Tür gesetzt wird

Das Ende der „Late Show“ mit Stephen Colbert bedeutet eine doppelte Kapitulation des Senders CBS – vor einem rachsüchtigen Donald Trump und einem Publikum, das lieber scrollt als mitzudenken. […] Stephen Colbert operiert am offenen Wahnsinn der Politik. Niemand verbindet Empörung und…

Zitiert: Was mit der „Late Show“ verschwindet

Die Fans jubelten dazu, denn ihnen ist die „Late Show“ die einzig verbliebene Form kollektiver Intelligenz im amerikanischen Fernsehen, Gegenprogramm zu TikTok und Instagram, wo austauschbare Kurzvideos wie hypernervöse Insekten den Glühdraht des Algorithmus umschwirren. Mit ihr verschwindet nicht nur irgendein Format.…

Zitiert: Late-Nights brauchen Verlässlichkeit

Nie waren Hosts, die mir verlässlich das irre Weltgeschehen einordnen und es für mich durch den Kakao ziehen, wichtiger als jetzt. Sie müssen das halt mit einer unabdingbaren Verlässlichkeit tun. Und nicht in ausgewählten Schaltmonaten an einzelnen Dienstagen zu wechselnden Sendezeiten, sofern nicht gerade Sommer- oder Weihnachtspause ist.

Peer Schrader, dwdl.de, 30.03.2025 (online)

Zitiert: Late-Night hat sich überlebt

Inzwischen ist es … so, dass sich der Late-Night-Show-Dreiklang überlebt hat, weil die einzelnen Elemente jeweils eine neue Heimat gefunden haben: Den bissigen Monolog zum Weltgeschehen gibt es bereits tagsüber, bissiger und vor allem vielfältiger in Podcasts (sowie plumper und böser auf Twitter), die Skits und Stunts sind bei Tiktok zu sehen, und wenn Promis Werbung machen wollen, dann tun sie das auf ihren Social-Media-Kanälen und nicht in weichgespülten und vorher abgesprochenen TV-Interviews.

Jürgen Schmieder, sueddeutsche.de, 22.06.2021 (online)