Zitiert: Die Wiederentdeckung der Verschiedenheit der Medien

Die erste „International Public Media Conference“ der SRG hat Probleme markiert, Lösungen angeboten und darüber hinaus in den fünf Stunden Frontalunterricht ganz nebenbei ein Ereignis produziert: Die Wiederentdeckung des Radios. Man könnte vielleicht auch sagen: Die Wiederentdeckung der Divergenz, also der Verschiedenheit…

Zitiert: Welche „Radio“-Angebote müssten auf welche Kommunikationsbedürfnisse reagieren?

Die erste Bemerkung gilt dem, was man gemeinhin mit ‚gesellschaftlicher Fragmentierung‘ oder ‚fragmentierten Öffentlichkeiten‘ bezeichnet. Das ist die ganz große Herausforderung aktuell: Was hält diese Gesellschaft zusammen? Wie kann gesellschaftlicher Zusammenhalt gestärkt werden? Wer oder was, wenn nicht Kultur, hat diese große…

Zitiert: Beitrag der öffentlich-rechtlichen Radios zur Radiokultur

Wir sind es längst gewohnt, dass Kooperationen zwischen öffentlich‑rechtlichen Häusern und Verlagen, Labels, Konzert- und Theaterhäusern stattfinden. Mit Blick auf „Radio-Kulturen“ wünsche ich mir, dass der Kulturakteur „Radio“ kulturelle Interessen und Vorlieben weckt. Durch seine öffentliche Finanzierung hat er hier auch eben die ganz besondere gesellschaftliche Aufgabe wahrzunehmen.

Hans-Ulrich Wagner, Deutschlandfunk, 24.3.2019 (online)

Zitiert: Der Publikumsgeschmack ist keine Naturkonstante

Das, was Publikumsgeschmack heißt, ist keine Naturkonstante. […] Nichts fördert die allgemeine Bedürfnislosigkeit so gründlich wie ein Programm, dessen oberster Grundsatz es ist, sich nach den durchschnittlichen geistigen Bedürfnissen zu richten. Indem die Rundfunkanstalten sich damit begnügen, den Publikumsgeschmack zu erkunden und ihm hinterherzulaufen, produzieren sie ihn zugleich, oder anders gesagt: Sie sind in hohem Maße selbst für die Geistes- und Geschmacklosigkeiten  verantwortlich, die zu senden die Publikumsnähe ihnen angeblich gebietet.

Jurek Becker: Die Worte verschwinden, Spiegel 2/1995, S. 160 (online)

Alexander Kluge: Die Begabungsreserve des öffentlich-rechtlichen Rundfunks liegt im Hörfunk

„Auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind die wichtigsten Begabungen aus dem Hörfunk gekommen: Günther Jauch, Thomas Gottschalk … Die Radiomoderatoren haben eine große Nähe zu dem, was in den Menschen immer gegenwärtig ist. Das ist Mündlichkeit und das Hören. Das Ohr unterscheidet besser, wem ich vertrauen kann, als das Auge, das sich durch Werbung schneller täuschen lässt. Die Begabungsreserve liegt im Hörfunk.“

 

Epd medien, Sonderausgabe 70 Jahre, S. 5 (online)