Zitiert: Beitragserhöhung nur dann, wenn auch Qualität ohne Quote möglich ist

Die Formel der ARD und des ZDF darf eben nicht wie bei der Konkurrenz lauten: Qualität oder Quote, sondern Qualität und Quote und im Zweifelsfall auch Qualität ohne Quote. Dafür und nicht als Startgeld beim Rattenrennen sind die Einnahmen durch Gebühren gedacht. Nur wenn das garantiert wird, darf über eine Erhöhung der Rundfunkgebühren überhaupt erst nachgedacht werden.

 

Michael Jürgs: „Schmunzeln, bis die Anstalt kracht“, FAZ, 27.9.2011 (online)

 

Alexander Kluge: Im Fernsehen gibt es mehr Kriminalität als in der Gesellschaft

„Im Moment haben Sie eine Fehlentwicklung. So viel Kriminalität wie derzeit in den Krimis durchdekliniert wird, gibt es in der Gesellschaft gar nicht. Das ist die Anpassung an angebliche Zielgruppen. Eine Zielgruppe ist nichts Wirkliches.“ An einer anderen Stelle kritisiert er: „Die…

Alexander Kluge: Die Begabungsreserve des öffentlich-rechtlichen Rundfunks liegt im Hörfunk

„Auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind die wichtigsten Begabungen aus dem Hörfunk gekommen: Günther Jauch, Thomas Gottschalk … Die Radiomoderatoren haben eine große Nähe zu dem, was in den Menschen immer gegenwärtig ist. Das ist Mündlichkeit und das Hören. Das Ohr unterscheidet besser, wem ich vertrauen kann, als das Auge, das sich durch Werbung schneller täuschen lässt. Die Begabungsreserve liegt im Hörfunk.“

 

Epd medien, Sonderausgabe 70 Jahre, S. 5 (online)

Zitiert: Das Problem ist ja nicht, dass eine Sendung wie „aspekte“ so ist, wie sie ist

Bedauerlich ist, dass es nicht auch noch etwas anderes gibt im Hauptprogramm der Öffentlich-Rechtlichen. Etwas, das komplexer, radikal anders, langsamer und uneindeutiger wäre, das mehr Raum zum Denken ließe, indem es den Zuschauer mit etwas konfrontierte, das seine Kenntnis übersteigt, das ihn intellektuell herausfordert. Das Ärgerliche ist, dass „aspekte“ schon das mutigste, vom Quotendruck am ehesten entlastete Kulturformat im Hauptprogramm des ZDF darstellt. Wäre es nur ein Anfang, der Einstieg in die Welt der kulturellen Sinnstiftung, dann wäre im Fernsehen noch vieles möglich. Lassen wir die Hoffnung nicht fahren!

 

Timon Karl Kaleyta, faz.net, 12.02.2019 (online)