Zitiert: Im Internet ist eine Art automatisierter Kapitalismus entstanden

Maschinen, die für sich selbst arbeiten, bis jemand kommt und eingreift. Die Mittel, diese Belohnungssysteme auszubeuten, sind fest in dieser Maschine verdrahtet, werden gar von ihr begünstigt. Es wird produziert, wonach der Algorithmus verlangt. Das nächste Schlupfloch ist mit Sicherheit schon gefunden.

Michael Moorstedt, Süddeutsche Zeitung, 12.03.2018 (online)

 

 

 

Zitiert: „Wir bräuchten ein Check-Ministerium“

Schon wer Cookies akzeptiert, wer seine Daten zur Verfügung stellt, arrangiert sich mit Filterblasen und einer künstlichen Kanalisierung der Bedürfnisse. Im Kontext des Konsums stört das die Menschen weniger, aber wenn es an die Meinungsbildung geht, wird die Erkenntnis drastischer. Ob mir vor allem Empfehlungen für Rotweine angezeigt werden oder rechtspopulistische Inhalte: Beides folgt letztlich dem gleichen Prinzip. … Weiterlesen Zitiert: „Wir bräuchten ein Check-Ministerium“

Zitiert: Wer sich öffentlich äußert, muss damit rechnen, dass ihm widersprochen wird

Das öffentliche Gespräch gleicht weder einem Seminar noch Salongeplauder. Es lebt nicht allein von Fakten und Argumenten, sondern auch von repräsentativen Auftritten. Positionen werden markiert, Gegner attackiert, verspottet, kritisiert. Wer das abschaffen will, schafft die öffentliche Debatte ab – und erzeugt Stickluft oder Belanglosigkeit. Tellkamp verlangte Respekt, aber Wertung, Spott, Widerspruch, Angriff, Prüfung der Fakten sind die Formen, in denen öffentlich Respekt erwiesen wird.

 

Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung, 10.03.2018 (online)

 

Zitiert: Im Mediensystem regiert der Imperativ der Aufmerksamkeit

Im Mediensystem regiert der Imperativ der Aufmerksamkeit. Superlative, Sensationen, Dinge, die es so noch nicht gab: Das Spiel des Jahres, der Spieler des Jahrhunderts. Das, was wir so nicht erwartet haben. Über Politik, Kultur, Wirtschaft wird heute nicht nur weniger berichtet als noch vor 30 oder 40 Jahren, sondern auch anders. Atmosphäre statt Programmdiskussion. Konflikte zwischen Spitzenpersonal statt Streit um Inhalte. Schulz gegen Gabriel gegen Nahles. Was so eine Partei will, ist am Ende völlig egal. Also redet die Partei vor allem über Gesichter und darüber, wer was wann in der Presse sagen darf.

 

Michael Meyen, kress.de, 01.03.2018 (online)

Zitiert: Das Deutsche Kino ist eine Subventionswirtschaft

340 Millionen Euro beträgt das Gesamtvolumen der deutschen Filmförderung. Dieser Betrag dient jedoch nicht als Stütze einer fragilen Zeltkonstruktion; er stellt, um im Bild zu bleiben, das komplette Zelt dar. Man könnte auch sagen: Ohne dieses Geld gäbe es keinen deutschen Film. 2017 sahen 28,3 Millionen Kinogänger die 233 deutschen Filme, die insgesamt 244 Millionen Euro einspielten. Mit anderen Worten: Das deutsche Kino ist eine Subventionswirtschaft.

 

Andreas Busche, Tagesspiegel, 08.03.2018 (online)