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Mai
12
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ganztägig „Eigentum, Medien, Öffentlichkeit“ @ Wirtschaftsuniversität Wien
„Eigentum, Medien, Öffentlichkeit“ @ Wirtschaftsuniversität Wien
Mai 12 – Mai 14 ganztägig
Tagung des Netzwerks Kritische Kommunikationswissenschaft mit dem Department of Economics der Wirtschaftsuniversität Wien Themenfelder sind: Repräsentation des Eigentums in den Medien konzentriertes und ungleich verteiltes Eigentum an Medien und Medientechnik subjektivierende Effekte des Medieneigentums Effekte[...]
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    Wie oberflächlich das ZDF über das „olympische Ende“ der Ringer berichtet

     

    Satzungsgemäß wurde auf der Tagung des IOC-Exekutivkomitees die Liste der Kernsportarten (26) bei Sommerspielen um eine Sportart auf 25 reduziert. Es traf die Ringer. Bei den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro wird zwar noch gerungen, 2020 aber sind höchstwahrscheinlich keine Ringer mehr dabei. ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz sieht den Grund vor allem in der mangelnden Modernisierung der Sportart, also das Ringens liegt. Andere Sportarten, wie zum Beispiel der Moderne Fünfkampf, hätten ihr Regelwerk modernisiert und transparenter gestaltet sowie das Gesamtprogramm verändert.

     


     

    Aber was kann man am Ringen ändern? Das ist eine der traditionellsten Sportarten. Mit dem gleichen Argument kann man Judo oder noch eher Boxen aus dem Programm werfen. Beim Letzteren besteht das Prinzip darin, dem anderen möglichst wirkungsvoll auf den Kopf zu schlagen. Welchem olympischen Gedanken entspricht das eigentlich?

     

    Vom ZDF hätte man sich eine tiefergehende Darstellung gewünscht, vom ZDF-Sportchef ein treffendes Zitat. Jens Weinreich verweist in der Berliner Zeitung darauf, dass die Sportarten in 39 Punkten miteinander verglichen wurden, zu denen u.a. zählten: „TV-Einschaltquoten, Zuschauerinteresse, Organisationskosten, weltweite Verbreitung, Anzahl der Athleten, Vermarktung, Frauenquote, das allgemeine Medieninteresse und etliches mehr. Auch die Daten der Sommerspiele 2012 in London sind in die Analyse eingeflossen. Eine Rangliste aller Sportarten wurde nicht erstellt. Denn es soll, wie bei der Vergabe Olympischer Spiele, immer der subjektive Faktor entscheiden. Sportpolitik statt Fakten.“

    Markus Lotter kommentiert dies in derselben Zeitung so: „Tradition hin oder her, ob klassisch oder nicht, was auch bei einer derart weitreichenden Entscheidung wie über den Olympiastatus eines Sports den Ausschlag gibt, ist die Vorarbeit der Lobbyisten und die zugesicherten Vergünstigungen beziehungsweise der in Aussicht gestellte Profit. Insofern ist die Handlungsweise des IOC nicht als absurd, sondern nur als konsequent zu werten.“

     

    In diese Richtung weist auch der Beitrag vom Thomas Kistner in der Süddeutschen Zeitung: „Andererseits lässt sich im Sport manche disziplinäre Schwäche mit politischen Mitteln wettmachen. Das zeigt der Blick auf die Neueinsteiger bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro: Golf und Rugby. Letzteres schätzt IOC-Präsident Jacques Rogge, der belgischer Auswahlspieler war. Und Golf ist zwar nicht Trendsport unter den Kids, aber reich und bestens vernetzt.“ Und er stellt fest: „Aus Griechisch-Römisch oder Freistil aber lässt sich kein Computerspiel generieren; das Ringen hat sich über die letzten Jahrtausende wenig verändert.“

     

    Eine solch breite Darstellung und journalistische Tiefe muss man auch vom ZDF erwarten, das seinen Beitrag am gestrigen Abend im heute journal sendete. Doch anscheinend geht das nicht – wenn man sich begrenzt. Es offenbart sich, welcher Nachteil es ist und zu welcher Oberflächlichkeit es führt, wenn man sich im Internet fast nur auf Bilder und Filme begrenzt und kaum Texte anbietet.

    Die ARD berichtet auf sportschau.de ausführlicher und tiefergehender, bezieht auch die Berichterstattung in den Zeitungen sowie Userkommentare mit ein.

     

     

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    Zitat der Woche
    Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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    Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)