Worauf der Streit zwischen FAZ und öffentlich-rechtlichem Rundfunk auch beruht

Während die Nomenklatura des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf das scheinbare Grundrecht einer opulenten Finanzierung beharrt, wuchert in den Redaktionen die Identitätskrise. Manchem langgedienten Mitarbeiter bei ARD und ZDF stößt es bitter auf, dass der eigene Arbeitgeber für geschätzte 200 Millionen Euro umfangreiche Rechte an den künftigen Olympischen Spielen gekauft hat – während im Informationsbereich der Euro zweimal umgedreht wird?

Hinter dem aktuellen Streit zwischen den Öffentlichen-Rechtlichen und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ verbirgt sich die Grundsatzfrage: Warum noch öffentlich-rechtlicher Rundfunk im 21. Jahrhundert? Wozu brauchen wir noch ARD und ZDF im Internetzeitalter mit Youtube, Netflix und Amazon? Als Unterhaltungsdampfer für ältere Bürger? Als Sender für eine Minderheit mit sündhaft teuren, exklusiven Sportrechten? Oder vielleicht als Marktführer in den Bereichen Information, Kultur und Bildung?

 

Hans-Peter Siebenhaar, meedia.de, 29.8.2017 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)