Zitiert: ARD baut Wissen ab

Den Krisen in Gesundheit und Klima zum Trotz spart die Redaktion hinter der „Tagesschau“ ihr Wissens-Ressort ein. Ist das sinnvoll?

Dass fundierter Journalismus aus diesem Bereich wichtig ist, lernte die Öffentlichkeit während der Pandemie. Ein öffentlich-rechtlicher Podcast, das „Coronavirus-Update“ mit Christian Drosten, moderiert von der NDR-Journalistin Anja Martini, wurde damals zum Anker einer verunsicherten Öffentlichkeit – und zum Erfolg für die ARD. Konsequent, dass man danach beschloss, in Form eines eigenen Ressorts die aktuelle Berichterstattung über Themen aus Medizin, Klima oder Forschung zu stärken. Bei ARD aktuell in Hamburg, wo unter anderem die „Tagesschau“ entsteht, gründete sich also ein Team, das seither in festen Tagesschichten die Wissenschaften bearbeitet, die Leiterin ist Anja Martini. […] Genau diese Wissens-Einheit wird nun wieder eingespart.

Es gehe weniger um ein Fachressort als um drei redaktionelle Schichten pro Tag, in denen speziell Wissens-Themen bearbeitet werden, überwiegend von Nachrichtengeneralisten. Die betroffenen Redakteure und freien Mitarbeiter bleiben bei ARD aktuell und sollen in die übrigen Schichten umsortiert werden. Doch spart man so denn überhaupt? […]

Bei der Gründung des Wissens-Ressorts bei ARD aktuell ging es allerdings um etwas anderes als reine Nachrichtenversorgung: Qualitätssicherung. Dafür zu sorgen also, dass Forscher mit Expertise befragt werden, oder Studien auch wirklich auf ihre Relevanz abgeklopft werden. […]

Mindestens das völlige Streichen der Wissensschichten ist also fragwürdig. Es steht aber für die Art, wie in der ARD an kleinen und kleinsten Stellen gespart wird, weil große Umbauten in der üppigen Struktur der Sender von der Politik nicht durchgesetzt wurden. Der finanzielle Gewinn ist unklar. Das Signal in die Wissenschaften dagegen ist schlecht, der inhaltliche Verlust absehbar.

Aurelie von Blazekovic, sueddeutsche.de, 18.06.2026 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)