Zukunftsfragen wurden im Medienbereich lange vor allem intuitiv, reaktiv oder isoliert in einzelnen Fachbereichen bearbeitet. Gleichzeitig ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk in besonderer Weise von den aktuellen Umbrüchen betroffen: von technologischen Innovationen über veränderte Nutzungsgewohnheiten bis hin zum Vertrauensverlust in Medien und demokratische Institutionen.
Um den beschriebenen Entwicklungen strukturiert zu begegnen, hat die ARD begonnen, Zukunftsarbeit zu institutionalisieren. Ein wichtiger konzeptioneller Bezugspunkt ist dabei das von der UNESCO geprägte Konzept der „Futures Literacy“: die Fähigkeit, nicht nur „eine“ Zukunft zu prognostizieren, sondern bewusst und systematisch über „verschiedene“ mögliche Zukünfte nachzudenken, Optionen zu vergleichen und daraus reflektierte Entscheidungen abzuleiten.
Diese Zukunftskompetenz soll helfen, sich nicht von kurzfristigen Ereignissen treiben zu lassen, die eigene Rolle im gesellschaftlichen Gefüge aktiv zu gestalten, Zukunftsängste in Gestaltungsspielräume zu übersetzen und strategische Entscheidungen langfristig anschlussfähig zu machen.
Florian Schmitt, Media Perspektiven 19/2026 (online)

