Zitiert: Auf dem Weg in den „digitalen Stamokap“

 

Schließlich werde im Staatsmonopolistischen Kapitalismus die Macht der Monopole durch den Staat abgesichert durch die wechselseitige Einflussnahme von Kapital und Politik; am Ende stünde dann der Ausbau der Staatsgewalt in einen autoritären Staat. … Und auch heute steht er keineswegs vor der Tür. Trotzdem lässt sich im Moment ohne weiteres – wenn auch etwas polemisch – von einem „digitalen Stamokap“ sprechen. Faktisch spielen die Monopolbildung in der Internetökonomie und die Sicherheitsinteressen der USA einander in die Hände. …

Doch vielleicht wächst nun eine Generation von Citoyens in Neuland heran, die sich ihrer Verantwortung für das Private bewusst wird. Ohne einen privaten, eben nicht durchleuchteten Möglichkeitsraum gibt es keine Freiheit, sondern nur ein Leben kommerziell ausgelesener Profile und staatlich erstellter Dossiers. Es wäre viel gewonnen, wenn wir Daten zukünftig als etwas uns Eigenes verstünden, nicht als Individuationsabfall oder als das wertlose Klimpergeld der harten Währung Information.“

 

 

 

Bernd Reheberg in Blätter, 9/2013, S. 50

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)