Zitiert: Aus der Monetarisierung von Aufmerksamkeit entstünde ihre Befreiung

Wenn Meta nun Geld verlangt, könnte das – paradoxerweise – zur Emanzipation beitragen. Denn wer zahlt, entscheidet bewusster. […]

Die kulturellen Folgen wären erheblich: Weniger digitale Ablenkung bedeutet mehr Zeit für Bücher, Besuche, Gespräche, Reflexion, Essen. Mehr Raum für eine Genauigkeit der Gefühle. Mehr Gelegenheit, dem Leben zu frönen, statt permanent auf Bildschirme zu starren.

Metas Geschäftsmodell könnte so ungewollt zu einer wiederbelebten, neuen Kultur mit größeren Fähigkeiten zur Konzentration und Freiräumen für die Vorstellungskraft beitragen. Nicht durch moralische Appelle, sondern durch ökonomischen Druck. Das wäre tatsächlich eine Dialektik: Aus der Monetarisierung von Aufmerksamkeit entstünde ihre Befreiung.

Thomas Pany, Telepolis, 03.06.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)