Denn bislang ist unklar, wie ein kleineres Angebot mit weniger Budget die gleiche Vielfalt abbilden soll. Vor allem fehlt eine erkennbare Alternative zu einem bundesweiten Programm, das migrantische Perspektiven ins Zentrum stellt. […]
Das Problem ist ja sowieso schon, dass sich viele Menschen in den öffentlich-rechtlichen Programmen nicht repräsentiert fühlen. Das zeigt zum Beispiel eine ARD-Umfrage aus 2025.
Nur 42 Prozent der Befragten in Ostdeutschland und 44 Prozent in Westdeutschland stimmten dort der Aussage zu: „Die ARD gibt Menschen wie mir eine Stimme.“ Wenn nun eines der wenigen Programme verschwindet, das migrantische und internationale Perspektiven gezielt sichtbar macht, stellt sich die Frage, ob damit nicht genau jene Repräsentationslücke weiter wächst, die die ARD eigentlich schließen sollte.
Ann-Kathrin Leclère, taz.de, 11.06.2026 (online)

