Wir wollen soziale Medien dazu nutzen, um mit unseren Freunden in Kontakt zu bleiben. Doch nun macht auch noch KI-generierter Content das Internet immer unpersönlicher und unmenschlicher. Die eigentliche Idee wird so ad absurdum geführt. […]
Bei der Ökonomisierung menschlicher Aufmerksamkeit ist es ziemlich egal, mit welcher Art von Beiträgen diese erzeugt wird. Und so schlecht eine Content-Form auch sein mag: Wenn Tausende solcher Videos hochgeladen werden, stehen die Chancen nicht schlecht, dass zumindest eines der Videos viral geht – selbst dann, wenn es inkohärente Geschichten mit KI-Obst in den Hauptrollen sind. Und je mehr Content es gibt, desto mehr Content kann konsumiert werden und desto mehr Profitoptionen ergeben sich für die Betreiber. […]
Diese Entmenschlichung sozialer Medien hat jedoch begonnen, lange bevor KI-generierter Content sie flutete. Neben KI-Obst, KI-Influencern und Tung tung tung Sahur existiert auf sozialen Medien massenweise Content, der von Menschen produziert ist. Dabei handelt es sich vor allem um Inhalte von besonders großen Accounts, die uns ihre Erzählungen wie eine Fernsehserie präsentieren. Schon das hat mit der eigentlichen Idee hinter den sozialen Medien nur noch wenig zu tun.
Carla Siepmann, netzpolitik.org, 26.04.2026 (online)

