Zitiert: Das kulturelle Erbe aus 40 Jahren DDR […]

[…] ob Literatur, Film, Architektur oder bildende Kunst, es gehört auf den Schrotthaufen der Geschichte, entschied nach 1990 die Bundesregierung. Nach der Wende fand in Leipzig ein Parteitag der SPD statt. Ich habe damals im Auftrag des Wochenmagazins Stern eine Reportage über den Übergangsprozess der DDR in die BRD verfasst. In der ersten Reihe in Leipzig saß Willy Brandt. Auf meine Frage: „Wie viel Kultur der DDR soll in die deutsche Wiedervereinigung aufgenommen werden?“, antwortete er mir: „So viel wie möglich!“ […]

Das Gegenteil ist geschehen. Im Fernsehen der DDR wurden 6000 Mitarbeiter entlassen, bei der Defa und im Rundfunk waren es über 2000. Die Puppen- und Animationsfilme des Defa-Trickfilmstudios in Dresden, des größten in Europa – sie landeten auf Befehl der Treuhand im Container. Über acht Millionen Bücher aus den Verlagen der DDR wurden vernichtet. Schallplatten-Labels wie Eterna oder Amiga an dubiose „Investoren“ für lächerliche Summen verscherbelt. Mit der Defa-Stiftung wurde das filmische Erbe, dazu gehören auch die Dokumentarfilme, weitgehend gerettet. Nach der Wende gab es keinerlei Stützungsversuche. Jeder Künstler der DDR musste wie ein verlorener Wanderer in der Wüste seine eigene Oase finden.

Eberhard Görner, berliner-zeitung.de, 07.06.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)