Allerdings sei nach den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz im Oktober „zu viel über Fernsehkanäle und Hörfunksender diskutiert worden und zu wenig über Strukturreformen“, kritisierte der Publizist: „Der Abbau von Kanälen löst keine Strukturprobleme und bringt wenig Geld.“ Ausschlaggebend sei in Zukunft das Onlineangebot, nicht die Zahl der Kanäle. […]
Die öffentlich-rechtlichen Medienhäuser müssten das Publikum für sich einnehmen, sagte de Weck, „aber nicht durch Anbiederung oder mediale Nervosität“. Sie hätten „das Privileg, aber auch die Pflicht, dem Journalismus treu zu bleiben und Fehlentwicklungen des Medienbetriebs möglichst zu vermeiden“. Das Erfolgsmodell öffentlich-rechtlicher Anbieter sei: „Ruhig bleiben, journalistisch bleiben. Das mag kurzfristig Klicks kosten, mittelfristig wird das Publikum umso fester gebunden. Hier eröffnet sich den Öffentlich-Rechtlichen eine Riesenchance.“
Roger de Weck, epd medien, 29.11.2024 (online)